Zahnlexikon
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Zahngesundheit von A  - Z

Die häufigsten Fragen unserer Patienten

Akupunktur
ist eine über 2000 Jahre alte Therapie, die über die Reizung bestimmter Punkte auf der Hautoberfläche auf festgelegten Linien reflektorische Reaktionen des zugeordneten Körperareals auslöst. Dazu werden heute spezielle Nadeln verwendet. Damit können unterschiedliche Erkrankungen und Störungen im Körper beseitigt oder gelindert werden. Auch zu diagnostischen Zwecken eignet sich dieses Verfahren in vielen Fällen. Neben der klassischen Lokalisation der Punkte auf der gesamten Körperoberfläche gibt es zahlreiche Mikrosysteme, umschriebene Körperareale wie z.B. die Ohrmuschel, die die Gesamtheit des Organismus in Form von funktionellen Wechselbeziehungen widerspiegeln. Die Ohrakupunktur nennt man auch Aurikulomedizin. Sie ist die in der Zahnheilkunde vornehmlich angewendete Methode, insbesondere bei der Schmerzbehandlung.
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Amalgamfüllung
metallisches Material aus Silber, Zinn, Kupfer und Quecksilber zur Reparatur von Zahndefekten, wird im Seitenzahnbereich für mittlere bis große Defekte angewendet, hat eine hohe Haltbarkeit, sehr stabil, weit verbreitetes Füllungsmaterial, seit ca. 150 Jahren im Routinegebrauch, gesundheitliche Gefährdung wegen der geringen Mengen und der natürlichen Ausscheidung des Quecksilberabriebes aus dem Körper wissenschaftlich unbedenklich, mechanische Eigenschaften ähnlich dem Zahnschmelz, ästhetisch durch seine graue Farbe unbefriedigend, wird von der Krankenkasse voll erstattet.

Anamnesebogen
dient der Aufzählung der gesundheitlichen Vorgeschichte, den gegenwärtigen Erkrankungen, Medikamenten und Unverträglichkeiten, die für die Behandlung des einzelnen Patienten berücksichtigt werden müssen, um Komplikationen zu vermeiden.

Antibiotika
Medikament zur Bekämpfung von krankmachenden Bakterien, kann lokal oder auch systemisch angewendet werden, spezifischer Einsatz nach Bestimmung eines Bakterientests z.B. Speicheltest

Aphthen
kleine, offene Stellen an der Mundschleimhaut, meist oval, Auftreten ohne erkennbare Ursache, oft sehr schmerzhaft, Abheilung narbenfrei nach ca. 1 Woche, Medikamente nur zur Linderung möglich, bewährt hat sich eine Behandlung mit dem Laser , um die Beschwerden zu reduzieren.

Ästhetik
Ausstrahlung und Auftreten haben auch mit einem schönen Lächeln, also mit gesunden Zähnen zu tun, bei Abweichungen in Form und Farbe gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung, wie professionelle Zahnreinigung, Auswahl natürlich wirkender Füllungsmaterialien und Kronenwerkstoffen, auch die Verwendung von Implantaten oder Transplantaten und zur Verschönerung über die rein medizinische Indikation hinaus, z.B. Bleichen, Veneers, Zahnschmuck.

Babyflasche
Babys und Kleinkinder werden häufig mit einer Nuckelflasche und einem süßen Getränk gefüttert. Die lange Einwirkdauer der Kohlenhydrate und die häufige Gabe führen zu umfangreicher Karies an den Milchzähnen. Auch Milch hat  kariesfördernde Milchzuckeranteile und ist als „Dauerlutscher“ ebenso schädlich wie gesüßte Getränke. Besonders gefährlich ist die Flasche zum Schlafen oder in der Nacht, da durch die Ruhe im Schlaf  der Zucker besonders lange auf die Zähne einwirken kann. Eine nächtliche Trinkflasche sollte ausschließlich klares Wasser enthalten - was auch zur Durststillung das beste Mittel ist.
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Bakterien
kommen in der Mundhöhle mit etwa 200 Arten vor, problematisch nur, wenn das natürliche Gleichgewicht zu Gunsten einzelner Stämme verschoben wird oder wenn sich Bakterien ansiedeln, die normalerweise nicht im Mund zu finden sind, hervorragenden Nährboden bilden  Plaque und Zahnstein, die deshalb regelmäßig entfernt werden müssen, sonst entstehen Zahnfleischentzündungen und Karies.

Bleaching
Möglichkeit, mit chemischen Mitteln die Zahnoberfläche vitaler und toter Zähne aufzuhellen, drei wesentliche Methoden: zu Hause mit einer individuellen Schiene, in der Praxis mit herkömmlichen Bleichmitteln oder sehr schonend und effektiv unter Anwendung der modernen Lasertechnik.

Bleibende Zähne
das Gebiss des Erwachsenen mit 32 Zähnen: 8 Schneidezähnen, 4 Eckzähnen, 8 kleinen Backenzähnen, 8 großen Backenzähnen und 4 Weisheitszähnen, die Zähne erscheinen um das 6. Lebensjahr mit dem ersten großen Backenzahn und sind um das 18. Lebensjahr mit dem Durchbruch der Weisheitszähne vollständig.

Blutverdünner
Medikamente zu Gerinnungshemmung, die erhöhte Blutungsgefahr bedeuten. Bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen, ist eine zahnärztliche Behandlung nur unter vorheriger Absprache mit dem behandelnden Hausarzt möglich; eventuell muss die medikamentöse Behandlung mit dem Blutgerinnungshemmer für die Zeit des zahnmedizinischen Eingriffs umgestellt werden, dies kann auch bei "Bagatelleingriffen" wie der Zahnsteinentfernung notwendig sein. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere notwendige Eingriffe zeitlich entsprechend zu koordinieren. Der Anamnesebogen sollte immer aktualisiert vorliegen.

Brücken
Zahnersatz zur Versorgung einer Lücke in der Zahnreihe, überbrückt wird die fehlende Kaueinheit, indem am Anfang und am Ende der Lücke Pfeilerzähne mit einem Verbindungsstück in Form der Zähne fest verbunden werden, Ausführung in rein Metall (Gold), in Keramik oder mit Kunststoffverblendung möglich, nicht herausnehmbar, spezielle Reinigungsmethoden sind notwendig.

CEREC:
Chairside-Methode (in nur einer Sitzung, direkt am Stuhl gefertigt) zur Vollkeramikversorgung von Inlays, Kronen und Veneers (Verblendschalen) mit Hilfe einer CAD/CAM-Technik. Die Datenerfassung erfolgt digital direkt aus dem Mund des Patienten und die Konstruktion des Objektes wird im Computer durchgeführt. Es werden Keramikblöcke in unterschiedlicher Farbe und Größe verwendet, aus denen die konstruierten Teile herausgeschliffen werden. Einpassen und Einsetzen findet direkt im Anschluss statt.
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Diabetes
Glukose-Stoffwechselstörung mit Insulinmangel, unter anderem häufiger auftretende  langwierige Mundschleimhautentzündungen, einreißende Mundwinkel und eine allgemein schlechtere Wundheilung, zahnärztliche Behandlungen sind am günstigsten morgens nach dem Frühstück und der erfolgten Insulingabe, manche Therapievarianten scheiden aufgrund des erhöhten Risikos aus, unbedingt dem Praxisteam die Erkrankung und die Einstellung mitteilen.
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Empfindliche Zahnhälse
bei intaktem Zahnfleischsaum sind die Zahnhälse mit Zahnfleisch bedeckt, deshalb sind sie nicht von Zahnschmelz überzogen, geht das Zahnfleisch aber zurück, kann der freiliegende Zahnhals auf chemische (z.B. Süßes) oder thermische (heiß-kalt) Reize mit Schmerz reagieren, Grund hierfür sind freie Kanälchen im Dentin, die den Reiz übertragen, Therapie der Wahl ist der Verschluss der Kanalausgänge mit verschiedenen Lacken (Fluoridlacke) oder speziellen Kunststoffen (Dentinklebern) oder mit Hilfe von Laserlicht, das eine „Verbolzung“ der Kanälchen bewirkt, in Einzelfällen kann eine Zahnfleischtransplantation helfen oder als letzte Möglichkeit hilft nur eine Wurzelkanalbehandlung.
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Ernährung
Zahngesundheit und gesunde Ernährung sind nicht voneinander zu trennen. Die Zähne benötigen Nahrung, die hart und frisch ist, um die natürliche Kaufunktion auszuüben, z.B. frisches Gemüse und Obst, Salate, Vollkornbrot. Kräftiges Kauen fördert auch die Kieferbildung (wichtig für die kindliche Entwicklung). Weiterhin sollte man sooft wie möglich auf Zucker und stärkehaltige Nahrungsmittel wie z.B. Süßigkeiten, Kuchen, Weißmehlprodukte, Kartoffelchips usw. verzichten, weil die sehr harte Zahnoberfläche vor allem gegen Säuren empfindlich ist, die den Schmelz angreifen und zerstören. Hauptsäurebildner sind die Bakterien in der Mundhöhle, die sich von Zucker und klebrigen Mehlprodukten ernähren. Sie bilden eine Plaque, die als Nährboden und Vermehrungsort der Keime dient. Durch den festen Verbleib auf der Zahnoberfläche wirken die Säuren lange und intensiv ein und zerstören so den Schmelz. Außerdem kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches, was weitere Probleme nach sich zieht. Die bedeutende Rolle der richtigen Mundhygiene sei hier nur erwähnt.  Zucker ist auch einer der größten Vitamin-B-Räuber, was bei hohem Konsum zu deutlichen Mangelerscheinungen führt. Besonders beeinträchtigend wirkt sich das auf die Entwicklung von Kindern aus.

Fissurenversiegelung
ist eine Maßnahme zur Kariesvorbeugung, wobei an einem bleibenden Zahn die tiefen Ritzen und Grübchen (=Fissuren) gründlich gereinigt und mit einem Kunststoff ausgefüllt werden. Sind diese Fissuren so tief, dass die Borsten der Zahnbürste nicht überall hingelangen, führt die Versiegelung zu einem deutlich geringeren Kariesrisiko. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei. Der Schutz bleibt nur einige Jahre bestehen, muss regelmäßig kontrolliert werden und deckt nicht den gesamten Zahn ab.
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Fluoridierung
Fluoride gelten als wirksamer Schutz gegen Karies, neben der Belagsentfernung. Sie schützen den Zahnschmelz gegen Säuren, stärken und desensibilisieren die Oberfläche und reparieren angegriffene Stellen, an denen noch kein Loch ist. Fluoridtabletten für Kinder werden nicht mehr empfohlen, da mit der gesunden Nahrung ausreichend Fluoride aufgenommen werden und die Wirkung direkt am Zahn am höchsten ist. Außerdem hilft die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz. Die wichtigste Fluoridquelle stellen Zahncremes dar, die dort angewendet werden, wo sie wirken sollen. Der erste Fluoridbedarf entsteht mit dem Durchbruch der Milchzähne, zweimal täglich sollte mit einem Wattestäbchen der Zahn mit einer erbsengroßen Zahnpastamenge gereinigt werden. Kinderzahnpasten sollten eine Fluoridmenge von 500 ppm (0,05%) enthalten. Bei Schuleintritt wird dann die Zahnpasta auf Erwachsenendosis (1000 ppm-1500ppm) umgestellt. Auch hier muss zweimal täglich geputzt werden. Auch die Einwirk- (Putz-)zeit ist für den Fluoridierungseffekt wichtig: 3 Minuten sollten nicht unterschritten werden. Zusätzlich gibt es verschiedene Fluoridlacke und –gele oder Spüllösungen, die bei bestimmten Risikopatienten sinnvoll sind.  Gemeinsam mit dem Zahnarzt kann man solche weiterführenden Kariesvorbeugungen planen. Wichtig ist auch zu wissen, dass Fluoride nur direkt auf dem Zahn wirken können, keinen Zugriff haben sie auf Oberflächen, die z.B. mit Plaque bedeckt sind.

Füllungsarten
Füllungen dienen zur Restaurierung von verloren gegangener Zahnhartsubstanz.  Wir unterscheiden zwischen plastischen Füllungen (Amalgam-, Komposite- und Kompomerefüllungen) und laborgefertigten Füllungen (Gold- und Keramikinlay). Die ersten werden in einer Sitzung angefertigt, für die anderen muss man mindestens zwei Termine einplanen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur für die Amalgamfüllung, die höchsten Kosten entstehen bei den im Labor gefertigten Inlays.

Geschiebe
sind eine Möglichkeit, um herausnehmbaren Zahnersatz an den restlichen Zähnen zu befestigen. Dafür wird eine kleine Schiene oder ein Anker an einer Krone des Restgebisses befestigt, dessen Gegenstück in der Prothese sitzt. Die Verankerung ist unsichtbar und trotz seiner hohen Präzision leicht und komfortabel in der Handhabung.
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Glas-Ionomer-Zement-Füllung
ist ein mineralischer Spezialzement und wird wegen seiner geringeren Bruchfestigkeit nur als Provisorium von kleineren Defekten oder als Aufbaufüllung benutzt. Fluoridhaltig, geben kontinuierlich Fluoridionen ab.

Goldinlay
Gussfüllung zur Restaurierung größerer Defekte, zwei Sitzungen erforderlich, erfordern eine besondere Präparationstechnik, die u.U. auch gesunde Zahnsubstanz kosten kann, sehr hohe Haltbarkeit, Eigenschaften denen des Zahnes sehr ähnlich, gut verträglich, chem. Zusammensetzung der Legierung aus Gold, Silber, Platin, Palladium, Kupfer, goldfarben.

Haftcreme
Gelartige Klebecreme zur besseren Haftung von Prothesen, im Drogeriehandel oder der Apotheke erhältlich.
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Herdgeschehen
bei ungeklärten Allgemeinerkrankungen können versteckte infektiöse oder andere Prozesse in Mundhöhle und deren angrenzenden Strukturen die Ursache sein, bei ärztlichem Verdacht ist ein umfassender Check incl. Röntgenbefund notwendig, z.B. ein erhöhter Bakterienbefall in der Mundhöhle und den daraus resultierenden offenen Wunden (Blutung am Zahnfleisch) können zu einer Überschwemmung des Blutes mit Bakterien führen und innere Organe angreifen.

Implantate
künstliche Zahnwurzeln aus Titan, die in den Knochen eingebracht und nach einer Einheilphase mit einer Krone, einer Brücke oder mit herausnehmbarem Zahnersatz versorgt werden können, umfangreiche Diagnostik notwendig, da bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen (z.B. Größe und Beschaffenheit des Knochens, Gebisssituation, etwaige Erkrankungen), Krankenkasse übernimmt die Kosten nur im Ausnahmefall.
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Individualprohylaxe
ist die regelmäßige Vorsorge zur Vermeidung von Karies und Parodontitis bei einem bestimmten Patienten. Dazu gehören allgemeine Zahngesundheitserziehung, Erklärung von Zahnerkrankungen und deren Ursachen, Vorbeugemaßnahmen zur Vermeidung von Zahn- und Zahnbetterkrankungen durch Ernährungslenkung, Mundhygiene mit individuellen Tests zum Entzündungsstatus und der Kariesanfälligkeit, Einsatz von Fluoriden, Fissurenversiegelungen, spezielle Hinweise für bestimmte Patientengruppen (Kinder, Jugendliche, Schwangere, gesunde Erwachsene, erkrankte Erwachsene usw.) und den entsprechenden Maßnahmen, wie z.B. die professionelle Zahnreinigung. Für eine erfolgreiche Prophylaxe ist die regelmäßige Kontrolle sehr wichtig, am besten eignet sich ein Recall-System meist in halbjährigem Rhythmus. Die Kosten für Prophylaxe tragen für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr die Krankenkassen, Erwachsene müssen diese Maßnahmen selbst bezahlen. Sie richten sich nach den durchgeführten Tests und Behandlungen.

Karies
bedeutet die Zerstörung der Zahnoberfläche und der darunter liegenden Schichten durch bestimmte in der Mundhöhle vorkommenden Bakterien, allen voran der Streptokokkus mutans. Diese produzieren säurehaltige Ausscheidungsstoffe, die den Zahn angreifen.  Diese Bakterien sind immer vorhanden und der gesunde Mund reguliert die Keimmenge mit Hilfe von Speichel, Nahrung und Mundhygiene. Wird diese Regulierung gestört, nimmt die Anzahl der Bakterien rapide zu, sie bilden am Zahn eine sehr zäh-klebrige Masse (Plaque), besiedeln diese und der Reparaturmechanismus des Zahnschmelzes wird überfordert. Die Zähne erkranken und gehen kaputt. Diese Bakterien ernähren sich von Zucker, zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, Weißmehlprodukten, Chips u.v.m. Vorbeugend kann man gegen Karies einwirken, indem man die Bakterien möglichst nicht „füttert“(gesunde Ernährung), die Mahlzeiten reduziert ( drei mal am Tag essen, nicht zwischendurch) und ihren Lebensraum entfernt (Zahnreinigung).  Karies ist nicht heilbar, nur im frühesten Stadium können mit Hilfe von Fluoriden Defekte repariert werden,  im Endeffekt hilft dann nur noch der Bohrer. In dem Zusammenhang ist es auch wichtig, mindestens zwei Mal im Jahr beim Zahnarzt alle Zähne auf eventuelle Löcher untersuchen zu lassen. Das Kariesrisiko ist bei einzelnen Menschen unterschiedlich, es hängt unter anderem ab von der Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes gegenüber Säureangriffen, von der Menge an Karies verursachenden Bakterien (Achtung: Milchzahnkaries als Keimlager!) und der Zusammensetzung und Menge des Speichels.
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Kariesdiagnostik
Kariös befallene Zähne zu erkennen, ist nicht immer leicht. Manchmal versteckt sich die Eintrittspforte an schwer zugänglichen Stellen, die weder zu tasten noch zu sehen sind. Auch hartnäckige Verfärbungen können eine Karies vortäuschen. Deshalb ist man bei unklarem Verdacht auf andere Verfahren angewiesen: im Röntgenbild sind Kariesdefekte erkennbar, Zerstörungen auch kleinster Ausdehnung kann man mit einer Fluoreszenzstrahlung (Diagnodentpen) ausfindig machen.

KCP (Kinetische Kavitätenpräperation)
mit Hilfe eines Pulverstrahlgerätes werden sehr kleine Teilchen (Mineralien, Salze) mit hoher Geschwindigkeit durch eine winzige Düse punktgenau auf den zu behandelnden Zahnbereich gebracht. Es gibt keine unangenehmen Bohrgeräusche und Vibrationen, weil kein mechanischer Kontakt mit dem Gerät stattfindet. Anwendung findet diese Technik z.B. bei der Beseitigung kariöser Läsionen, Entfernung vieler alter Füllungen, Verbesserung der Haftung für Compositefüllungen, Durchführung von Fissurenversiegelung bei Kindern und Behandlung überempfindlicher Zahnhälse.

Keramikinlay
zahnfarbene, im Labor angefertigte Füllung aus Spezialkeramik in mehreren Schichten gebrannt, Eigenschaften schmelzähnlich; gibt es seit Anfang der 90er Jahre als Routineversorgung; geeignet für kleinere bis mittelgroße Zahnschäden; erfordert spezielle Präparationstechnik; ist eine ästhetisch ansprechende Lösung; durch die Sprödigkeit des Materials kann es zu Brüchen kommen (Achtung: Knirschen!), Befestigung mit einem Komposit, Zusammensetzung: Siliziumoxid, Leucit, Pottasche Mullit, Korund.

Kieferorthopädie
Teilgebiet der Zahnheilkunde, in dem Zahn- und Kieferregulierungen mit Hilfe bestimmter Apparaturen vorgenommen werden. Kieferorthopäden sind Spezialisten, die eng mit dem Hauszahnarzt zusammenarbeiten. Eine Behandlung zieht sich oft über mehrere Jahre hin, da Unstimmigkeiten im Zusammenbiss der Zähne oder der Kiefergröße bzw. -stellung durch Verschieben der Zähne und Wachtumsregulierung unter Erhalt der natürlichen Strukturen behoben werden müssen.

Kompomerfüllung
Bestehen aus einer Mischung von Kompositen und Glas- Ionomer- Zementen, erst seit etwa 10 Jahren in Gebrauch, Eigenschaften ähnlich den Komposits, vermutlich jedoch geringere Haltbarkeit, Verwendung für Zahnhals- und Milchzahnfüllungen, zahnfarben, Zusammensetzung: Diacrylate, Polycarboxylat, Füllstoffe (fluoridhaltiges Glas), Katalysator.

Knirscherschiene
ist eine Schiene, die bei Patienten mit starkem Zähneknirschen eingesetzt wird. Die Schiene kann im Ober- oder im Unterkiefer individuell angefertigt werden und überzieht die gesamten Zähne. Dabei wird ein möglichst  idealer Kontakt zu dem Gegenkiefer eingeschliffen, sodass sich der Druck  auf die Zähne gleichmäßig verteilt. Dadurch werden die Schäden verringert, die durch die unkontrollierten und sehr starken Knirsch- und Pressbewegungen (besonders nachts) auftreten können. Sie kann ähnlich wie der Zahnschutz bei Boxkämpfern eingesetzt und herausgenommen werden.

Kompositfüllung
zahnfarbener Kunststoff zur Versorgung von Frontzahndefekten und kleineren bis mittelgroßen Löchern der Backenzähne, mittlere Haltbarkeit, Härte ähnlich dem Zahnschmelz (etwas weicher), andere physikalische Eigenschaften geringe Abweichungen vom natürlichen Wert (z.B. Ausdehnungskoeffizient), aufwändige Schicht-Adhäsivtechnik nötig, um Schrumpfen zu kompensieren, sehr Substanz schonend zu verarbeiten, in einer Sitzung abgeschlossen, Zusammensetzung : Mono-, Di- und höherwertige Acrylate, Ormocere, Katalysator, Allergien wurden beschrieben.

Krankenversicherung
Es gibt gesetzliche Krankenversicherungen, die mit und ohne private Zusatzversicherung abgeschlossen werden können und für Arbeitnehmer und deren nicht arbeitenden Familienangehörigen und Private Krankenversicherungen für Selbstständige und Menschen über der Einkommensbemessungsgrenze.

Krankenversicherungen, gesetzliche
übernehmen die meisten Grundleistungen, wie Füllungen, chirurgische Eingriffe oder Vorsorgeuntersuchungen weiterhin. Beim Zahnersatz ändert sich jedoch die Art der Bezuschussung: es wird nicht mehr wie früher ein Teil der vorher genehmigten Rechnung bezahlt, sondern es gibt einen festen Betrag für einen bestimmten klinischen Befund (= Festzuschuss). Dadurch kann der Patient wählen, wie er z. B. seine Zahnlücke versorgen lassen möchte, welches Material verwendet wird oder ob vielleicht ein Implantat in Frage kommt. Der Kassenzuschuss bleibt immer gleich. Dieser Festzuschuss kann jedoch durch ein lückenloses Bonusheft  mit bis zu 15% (nach 10 Jahren) erhöht werden. Das gilt seit diesem Jahr auch für Vollprothesenträger. Alle darüber hinausgehenden Kosten für die Behandlung muss der Patient selbst bezahlen. Um diese Lücke zu schließen, gibt es private Zusatzversicherungen. Je nach Vertrag übernimmt diese Kasse dann einen Teil oder die gesamte Restsumme. Zusatzversicherungen bieten die privaten Versicherungsgesellschaften oder aber die gesetzlichen Kassen an. Um den individuell richtigen  Vertrag zu finden, sollte man verschiedene Angebote in Bezug auf Kosten (Beitrag z.B. abhängig von Alter und Geschlecht) und Leistungen (Wartefristen bis zur Ersterstattung, Höchstgrenzen als absolute Beträge oder mit prozentualer Obergrenze) vergleichen. Auf jeden Fall sollten Kosten für Zahnersatz, Guss- oder Keramikinlays und Zahnimplantate enthalten sein. Die neue Regelung gibt dem Patienten das Recht in die Hand, je nach seinen Bedürfnissen eine Behandlung zu wählen und dadurch Kosten und Qualität der Versorgung selbst zu bestimmen.

Krankenversicherungen, private
variieren im Beitrag und in der Leistung je nach Versicherungsvertrag. Dieser richtet sich nach dem Eintrittsalter und den Vorerkrankungen. Familienmitglieder zahlen stets eigene Beiträge.

Kronen
ersetzen an einem vorhandenen Zahn die äußere Schicht, der Zahn wird um die Materialstärke reduziert und mit einer im Labor gefertigten neuen „Hülle“ versehen. Die Materialien unterscheiden sich nach der Stellung des Zahnes und nach den Wünschen des Patienten: Es gibt Kronen mit einem Metallkern und einer Verblendung aus zahnfarbenem Kunststoff oder mit Keramiküberzug, z.B. für die Frontzähne, Kronen ganz aus Keramik oder Kronen aus Metall (Gold, edelmetallreduzierte Legierungen, Sparlegierungen).

Lasertechnik
Laser ist stark gebündeltes Licht mit einer sehr hohen Energie. Diese Therapie ist nebenwirkungsfrei. In der Zahnheilkunde findet der Laser Anwendung in der Diagnostik, in der Chirurgie, in der Kariestherapie, in der Endodontie (Wurzelkanalbehandlung), in der Parodontologie und in der ästhetischen Zahnheilkunde. Mit seiner Hilfe ist eine sehr schmerzarme Behandlung möglich, da in der Zahnheilkunde eingesetzte Geräte gepulst betrieben werden. Im Operationsgebiet ist blutungsfreies Arbeiten möglich, der Wundverschluss ist oft schon wie ein natürlicher Verband, in Wurzelkanälen und Zahnfleischtaschen können  Keime abgetötet und empfindliche Zähne desensibilisiert werden. Diese Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, die Kosten richten sich nach der Behandlungsart und -dauer.
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Lokalanästhesie
Zur Schmerzausschaltung bei zahnärztlichen Eingriffen wird auf Wunsch des Patienten in Form einer Spritze der zu behandelnde Bereich gezielt betäubt. Im Oberkiefer kann der Nerv am einzelnen Zahn  direkt anästhesiert werden, im Unterkiefer ist der Knochen dicker und deshalb müssen die Nerven für alle Unterkieferzähne der gleichen Seite  am Ende des Unterkieferastes ausgeschaltet werden.  Dies ist eine Routinemaßnahme. Es stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung, die je nach Behandlungsart und Gesundheitszustand des Patienten ausgewählt werden. Meist hält die Wirkung über die Dauer des Eingriffs an, sie klingt nach 2 bis 4 Stunden (je nach Stoffwechsellage) mit leichtem Kribbeln wieder ab. Die schmerzstillende Wirkung kann bei Eiteransammlungen reduziert sein, ebenso bei Drogenkonsum, Alkohol- und Nikotinmissbrauch. Nach der Lokalanästhesie sollten Sie erst wieder etwas essen, wenn die Wirkung abgeklungen ist, da es sonst zu Bissverletzungen kommen kann. Außerdem ist die Reaktionsfähigkeit herabgesetzt, so dass das Führen eines Kraftfahrzeugs möglichst nicht erfolgen sollte.

Lutschen
Viele Kinder haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Lutschgewohnheit. Sie lutschen an Daumen, Fingern oder einem Deckenzipfel, um sich zu beruhigen oder auch als Einschlafhilfe. Langdauerndes, intensives Lutschen kann eine Fehlentwicklung der Kiefer zur Folge haben. Merkmale dieser Fehlentwicklung sind z.B. hervorstehende Frontzähne im Oberkiefer, ein offener Biss, sodass das Kind nicht mehr abbeißen kann, ein Zurückdrängen des Unterkiefers mit der Folge einer geringeren Größe, später auch Sprachfehler. Um das Lutschen auf ein Minimum zu reduzieren, können verschiedene Maßnahmen unternommen werden: z. B. die Verlängerung der Flaschenmahlzeit durch ein kleineres Loch im Sauger, das Anbieten eines anatomisch geformten Schnullers als Ersatz für Daumen oder Finger (diesen kann man besser regulieren, als den Daumen und er deformiert den Gaumen nicht so stark, weil die Gummischnuller weicher und in der Form angepasster sind). Bis zum dritten Lebensjahr kann sich die eventuell entstandene Deformation nach Entwöhnen der Lutschgewohnheit von selbst zurückbilden, vorausgesetzt, dass das Kind durch die Nase atmet. Dabei sind die Muskeln der Zunge und der Lippen „Formgeber“ für den Zahnbogen. Geht die Lutschgewohnheit in ausgeprägter Weise über das Vorschulalter hinaus, wird es schwieriger, die Fehlentwicklungen rückgängig zu machen. Oft kommen noch andere Gewohnheiten dazu, wie Mundatmung, Zungenlage zwischen den Zahnreihen usw. zur Entwöhnung ist eine gute Motivation erforderlich. Die Umgebung und die Erziehung müssen an die fortgeschrittene Entwicklung des Kindes angepasst werden und so lernt das Kind, dass das Lutschen nur noch eine mitgeschleppte Gewohnheit und kein Bedürfnis mehr ist. Als „Hilfe“ kann eine Mundvorhofplatte vom Zahnarzt eingesetzt werden, wenn das Kind es möchte, auch motivierende Gespräche sind hilfreich. Nicht zuletzt kann eine Belohnung oder Kalendereintragungen die Entwöhnung erleichtern. Grundsätzlich sollte das Kind in der Zeit um das dritte Lebensjahr mit dem Lutschen aufhören.

Milchzähne
Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen: 8 Schneidezähne, 4 Eckzähne und 8 Backenzähne. Meist erscheinen die unteren mittleren Schneidezähne etwa mit 6 Monaten, dann folgen die anderen Schneidezähne, später die Eckzähne und zum Schluss die Backenzähne. Mit 2 bis 2,5 Jahren ist die erste Dentition abgeschlossen. Der Wechsel zu den bleibenden Zähnen beginnt etwa mit dem Schuleintritt, wobei auch hier die mittleren Schneidezähne den Anfang machen.
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Modellgussprothesen
Teilprothesen sind Zahnersatz mit einer Metallbasis aus Chrom und Kobalt und einer Verankerung an den restlichen Zähnen mit individuell gegossenen Klammern. Die Ersatzzähne werden auf einem Kunststoffsattel befestigt. Diese Versorgung ist gut und verhältnismäßig günstig, deshalb auch weit verbreitet.

Mundduschen
sind ein angenehmes Hilfsmittel bei der Mundhygiene. Sie spülen lose Speisereste von Zähnen und Zahnfleisch weg und können unter festsitzendem Zahnersatz spülen. Da aber gefährliche Zahnbeläge sehr fest kleben, können diese mit dem Spülstrahl nicht entfernt werden. Nur nach Lockerung mit der Bürste erfolgt eine Reinigung. Geschädigtes Zahnfleisch kann durch die Munddusche leiden, Taschen werden überhaupt nicht gereinigt.

Mundgeruch
entsteht meistens durch bakterielle Beläge in der Mundhöhle, besonders aus schwer zugänglichen Stellen. Parodontale Erkrankungen können Mundgeruch fördern. Auch Zungenbeläge sind häufig an der Geruchsbildung beteiligt. Nach der gründlichen Mundhygiene, manchmal nur mit professioneller Hilfe möglich, kann als Hilfsmaßnahme kurzfristig eine desinfizierende Mundspülung eingesetzt werden. Helfen diese Maßnahmen nicht, müssen andere Ursachen, wie z.B. Magenleiden als Ursache abgeklärt werden.

Mundhygiene
ist der wichtigste Baustein zur andauernden Gesunderhaltung der Zähne und des ganzen Kauorgans. Alle Maßnahmen zur Reinigung der Mundhöhle sollten mindestens zwei Mal täglich, morgens nach dem Frühstück und besonders gründlich abends vor dem Schlafen durchgeführt werden. Zahnpflege umfasst die Reinigung mit einer geeigneten Bürste, die Verwendung von fluoridierter Zahncreme, den Einsatz von individuell ausgewählten Hilfsmitteln, wie z.B. Zahnseide und Interdentalbürstchen. Empfohlen wird die professionelle Zahnreinigung mindestens zwei Mal im Jahr, um auch an sonst unzugänglichen Stellen eine regelmäßige Reinigung zu gewährleisten.

Mundspülungen
dienen vor allem zur Reduktion der Plaquebildung durch antibakterielle Zusätze. Sie ersetzen keinesfalls die Zahnbürste und sind allenfalls als Ergänzung sinnvoll. Von einer Daueranwendung ist abzuraten, da sie die natürliche Mundflora verändern und im ungünstigen Fall eine Ausbreitung krankmachender, resistenter Keime fördern können. Eine andere Sorte Mundspüllösungen enthalten Fluoride, die den Zahnschmelz stärken sollen. Auch hier gilt: dort, wo Plaque auf dem Zahn klebt, erreicht keine Lösung ihren Bestimmungsort. Also: gründliches Zähneputzen mit einer Fluoridzahncreme reicht grundsätzlich aus.

Notdienst
Außerhalb der Sprechzeiten ist in Karlsruhe und Umgebung ein zahnärztlicher Notdienst eingerichtet. Welche Praxis oder Klinik aktuell Dienst hat, erfahren Sie unter der Nummer: 19 222.
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Parodontalbehandlung
wird erforderlich, wenn eine Zahnbettentzündung vorliegt. Entweder ist nur das Zahnfleisch betroffen (Gingivitis) oder die Entzündung hat bereits Teile des tragenden Knochens erreicht (Parodontitis). Je nach Ausprägung der Erkrankung muss mit einem ganzen Behandlungsprogramm begonnen werden. Die genaue Diagnose setzt sich aus verschiedenen Befunden zusammen: Blutungsindex, Taschentiefe, Lockerungsgrad der Zähne, Mundhygienestatus, Vorerkrankungen (z.B. Rauchen, Diabetes, Immunerkrankungen) und dem Röntgenbefund. Zum Behandlungsbeginn müssen die verursachenden Bakterien entfernt werden, ein  spezielles "Mundhygienetraining" schließt sich an.  Mit dem so erreichten Status kann dann das endgültige Vorgehen entschieden werden. Alle vorhandenen Taschen müssen von Konkrementen und abgestorbenem Gewebe befreit  und die Zahnoberfläche geglättet werden (Kürettage). Das erfolgt in einer Kombination aus Ultraschall-  und Handinstrumentierung. Eventuell muss ein Zahn gezogen werden, gelegentlich muss eine Zahnfleischoperation durchgeführt werden oder es sind manchmal Gaben von Antibiotika nötig. Es gibt auch die Möglichkeit, Knochenersatzmaterial einzufügen.  Die Kürettage erfolgt in  Lokalanästhesie und benötigt 2 bis 4 Sitzungen. Das Ergebnis ist ein entzündungsfreies Zahnbett, sich wieder festigende Zähne, Abklingen von Mundgeruch, keine Blutung beim Zähneputzen mehr. Anschließend kann kurzfristig ein Wundschmerz auftreten, der jedoch schnell abklingt. Manchmal können einzelne Zähne empfindlich auf chem./therm. Reize reagieren oder eine optische Verlängerung der Zähne auftreten. Der Erfolg der Behandlung hängt maßgeblich von einer regelmäßigen Kontrolle des Ergebnisses ab. Dazu gibt es ein Wiederbestellverfahren (Recall), das dem Patienten regelmäßig Auskunft über seinen Parodontalzustand gibt. Meist handelt es sich um 3 bis 4 Termine im Jahr. Eine dauerhafte Heilung ist nur in enger Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt (Recall, Professionelle Zahnreinigung) und dem Patienten (tägliche Mundhygiene, zuverlässige Einhaltung des Recalls) möglich.
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Parodontitis
ist die Entzündung des Zahnbettes durch Bakterien in Zahnbelägen. Bakterien führen neben Karies zu Entzündungen von Zahnfleisch und  Knochen. Sie vermehren sich unter günstigen Bedingungen massiv und beanspruchen auf diese Weise immer mehr Platz am Zahn. So vergrößert sich die ursprüngliche Belagsfläche schnell und es erfolgt eine Ausbreitung in Richtung Zahnfleisch. Es entsteht eine Zahnfleischtasche. Bleiben die Beläge bestehen, erreichen sie in der Tasche bald das Niveau des Knochens, in dem der Zahn steckt. Knochen reagiert auf den Entzündungsreiz mit „Flucht“, d.h. er wird abgebaut. Die Tasche vergrößert sich so und es ist mehr Platz für neue Beläge vorhanden. Außerdem verliert der Zahn wichtige Halteflächen und wird in Folge des Knochenabbaus locker. Zahnverlust ist das Resultat. Behandelt kann eine Parodontitis mit einer umfangreichen Parodontalbehandlung. Da Knochen nie wieder auf das ursprüngliche Niveau anwächst, ist eine frühzeitige Behandlung für die Zahnerhaltung besonders wichtig.

Piercing
sind in Mode und auch in und an der Mundhöhle zu finden. Neben der Infektionsgefahr, die ein Fremdkörper birgt, kommt es häufig zu Fehlfunktionen durch den mechanischen Reiz eines Piercings: die Patienten spielen mit der Zunge oder den Zähnen und scheuern sich oft Rillen und Ritzen in die Zähne. Die verstärkten Muskelaktivitäten können auch zu Verspannungen bis hin zu Kopf- und Nackenschmerzen führen. Manche Piercings durchstechen auch Akupunkturpunkte, die durch den Dauerreiz zu Beschwerden führen können.

Plaque
ist ein Belag aus Bakterien und deren Stoffwechselprodukten, die in Säuren (Angriff auf Zähne und Zahnfleisch) und in sehr klebrigen Kohlenhyratketten (bieten den festen Halt am Zahn und Zahnfleisch) aufgeteilt werden können. Hauptnahrung dieser Bakterien sind Zucker und Kohlenhydrate aus Weißmehlprodukten, z. B. Süßigkeiten, Brötchen, Brezeln, Chips u.v.m. Die Bakterienvermehrung in der Plaque erfolgt explosionsartig, besonders bei häufiger und für die Bakterien geeigneter Nahrung. Entgegenwirken kann man einer starken Plaquevermehrung durch gesunde Ernährung und Verzicht auf Zwischenmahlzeiten („Aushungern“ der Bakterien) und durch gründliche und regelmäßige Mundhygiene (Entfernung der klebrigen Beläge).

Professionelle Zahnreinigung
ist die Reinigung der Zähne durch speziell geschultes Personal in der Praxis über die Zahnsteinentfernung Zahnstein hinaus zur Entfernung von Belägen, die durch häusliche Pflege nicht entfernt werden können. Sie umfasst die Entfernung harter und weicher Beläge mit speziellen Instrumenten und Hilfsmitteln, eine umfassende Information über die individuellen Hygienemaßnahmen und Hilfsmittel zu Hause (Zahnseide, Interdentalbürstchen, Mundspülungen u.a.) und nach der Reinigung eine gründliche Politur aller Zähne mit einem Gummikelch oder Bürstchen und spezieller Polierpaste. Zum Abschluss werden die Zähne mit einem Gel fluoridiert. Zusätzlich kann bei ausgeprägten Unebenheiten oder unzugänglichen Nischen zwischen den Zähnen oder bei starken Verfärbungen ein Pulverstrahlgerät eingesetzt werden. Die professionelle Zahnreinigung ist eine absolut sinnvolle Maßnahme zur dauerhaften Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnfleisches. Patienten, die regelmäßig  eine solche Reinigung durchführen lassen, haben nachweislich weniger Karies und Parodontitis. Bei gesunden Patienten sollte die professionelle Zahnreinigung 1 bis 2 mal pro Jahr durchgeführt werden, sind jedoch stärkere Beläge, Entzündungen und Zahnfleischtaschen vorhanden, kann sich der Bedarf auf 3 bis 4 mal jährlich erhöhen. Die Sitzung dauert ca. 1 Stunde und kostet je nach Aufwand und Zeit ab 65,-€.

Pulverstrahlgeräte
arbeiten mit kleinsten Teilchen (Mineralien, die z.B. auch in Zahncremes enthalten sind). Diese werden mit hoher Geschwindigkeit auf den Zahn gesprüht. Man unterscheidet KCP (Kinetische Kavitätenpräperation) zur Kariesbehandlung und Füllungstherapie und PWS (Pulver-Wasserstrahlgeräte) zur Entfernung hartnäckiger und sonst unzugänglicher Beläge (z.B. Tee-, Kaffee-, Raucher-, Rotweinbeläge).

Rauchen
gefährdet die allgemeine Gesundheit! In der Mundhöhle speziell verändert das im Zigarettenrauch vorhandene Nikotin die Mundschleimhaut nachhaltig.  Die lokale Abwehr ist an der Mundschleimhaut geschwächt, weshalb Raucher besonders gefährdet sind für Parodontalerkrankungen. Diese werden durch den Nikotineinfluss häufig verschleiert und so können schwere Zahnbettentzündungen lange unbemerkt bleiben. Außerdem ist die Heilungstendenz deutlich schlechter, als bei Nichtrauchern. Therapien sprechen viel schlechter an. Es gibt außerdem  Veränderungen, die gut- oder bösartig sein können. Bei Veränderungen oder Belägen, die länger als zwei Wochen  beobachtet werden, sollten Sie den Zahnarzt aufsuchen. Weiterhin verursacht regelmäßiges Rauchen Mundgeruch und verschlechtert die Geruchsempfindung der Nase.
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Röntgen
stellt ein wichtiges Diagnoseverfahren dar, um Strukturen zu beurteilen, die durch klinische Inspektion nicht sichtbar sind. Zur Diagnose und genauen Überwachung vieler zahnmedizinischer Krankheiten, z.B. Entzündungen des Zahnbettes oder der Zahnwurzel, Karies, Veränderungen am Knochen oder den Kiefergelenken und Behandlungen, wie z.B. nach erfolgter Wurzelbehandlung oder dem Einbringen von Implantaten, nach Kieferoperationen oder zur Überwachung des Zahnwechsels  sind Aufnahmen mit dem Röntgengerät unerlässlich.
Wir unterscheiden Zahnfilme, auf denen bis zu 3 Zähne gleichzeitig abgebildet werden und Panoramaaufnahmen, die das gesamte Gebiss und angrenzende Schädelstrukturen (z.B. Kieferhöhlen, Kiefergelenke) zeigen. Dabei wird das Untersuchungsgebiet mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Zum Schutz empfindlicher Körperbereiche wird eine Bleischürze angelegt. Für jede Aufnahme ist eine spezielle Strahlendosis notwendig. Je nach der unterschiedlichen Durchlässigkeit des Gewebes kommt es auf einem speziellen Röntgenfilm zu Abbildungen in verschiedenen Graustufen.
Die digitale Röntgentechnik ist eine moderne Weiterentwicklung, die mit einer etwa fünfmal geringeren Strahlendosis als bei der konventionellen Technik auskommt. Darüber hinaus liefert sie zusätzlich ein Dichteverteilungsbild des Gewebes und kann im Rechner dadurch noch genauere Informationen über den zu untersuchenden Bereich geben.
Da sich im Laufe des Lebens die Strahlenmenge von allen im Körper gemachten Aufnahmen summiert, sollte man einen Röntgenpass führen. Diesen können Sie bei ihrem Zahnarzt erhalten. Sie sollten jede Röntgenaufnahme eintragen lassen und ihn stets bei sich führen.

Schnuller
Viele Kinder haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Lutschgewohnheit dem Daumen oder Finger, mit dem Schnuller oder mit anderen „Hilfsmitteln“. Der Schnuller wird gern zur Beruhigung des Babys vor der Mahlzeit oder zum Einschlafen gegeben. Säuglinge haben ein natürliches Saugbedürfnis, das befriedigt werden möchte. Bleibt jedoch z.B. der Schnuller über viele Stunden des Tages und der Nacht zwischen den Zähnen, kann es zu Kieferverformungen kommen. Außerdem kann die natürliche Spülwirkung des Speichels nicht an allen Stellen im Mund gleichmäßig eintreten. Wenn ein Schnuller bevorzugt wird, sollte er daher anatomisch geformt sein, um den Gaumen nicht so stark zu deformieren, weil die Gummischnuller weicher und in der Form angepasster als z.B. der Daumen sind. Außerdem ist später das Abgewöhnen einfacher. Ein wichtiger Punkt ist die Sauberkeit des Schnullers und regelmäßiges Desinfizieren durch Auskochen, um eine Verkeimung zu verhindern. Im Zweifelsfall sollte lieber ein neuer Schnuller gekauft werden, als einen schadhaften alten zu behalten. Bis zum dritten Lebensjahr kann sich die eventuell entstandene Deformation nach Entwöhnen der Lutschgewohnheit von selbst zurückbilden, vorausgesetzt, dass das Kind durch die Nase atmet. Zur Entwöhnung ist eine gute Motivation erforderlich. Die Umgebung und die Erziehung müssen an die fortgeschrittene Entwicklung des Kindes angepasst werden und so lernt das Kind, dass das Lutschen nur noch eine mitgeschleppte Gewohnheit und kein Bedürfnis mehr ist. Dann ist es auch bereit, den Schnuller abzugeben, wegzuwerfen oder einer „Zahnfee“ (z.B. gegen ein kleines Geschenk) zu schicken. Als „Hilfe“ kann eine Mundvorhofplatte vom Zahnarzt eingesetzt werden, wenn das Kind es möchte, auch motivierende Gespräche sind hilfreich. Nicht zuletzt kann eine Belohnung oder Kalendereintragungen die Entwöhnung erleichtern. Allgemein ist die Zeit um das dritte Lebensjahr richtig, mit dem Lutschen in jeder Form aufzuhören.
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Schwangerschaft Mutter:
In dieser Zeit muss die Gesundheit der Zähne und des Zahnhalteapparates bei der Mutter und beim ungeborenen Kind besondere Aufmerksamkeit genießen. Die Schwangere hat besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft eine erhöhte Gefährdung für Zahnfleischbluten und deren Folgen. Durch die Hormonumstellung kommt es zu einer erhöhten Durchblutung aller Schleimhäute, auch der Mundschleimhaut. Außerdem verändert sich die Abwehrlage und das Bindegewebe lockert sich. Dadurch entstehen günstigere Bedingungen für Bakterien sich einzunisten und zu vermehren. Deshalb haben viele Schwangere während der Zeit Zahnfleischbluten und Entzündungen. Doch das muss nicht so sein. Durch eine besonders gründliche Reinigung der Zähne zu Hause mit Zahnseide, den regelmäßigen Besuch beim Zahnarzt und die Teilnahme am Programm einer Professionelle Zahnreinigung helfen bei der Gesunderhaltung des Gebisses. Außerdem sollte bei der Ernährung neben der besonders jetzt wichtigen Zufuhr von Vitalstoffen auf eine Reduktion von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln geachtet werden. Außerdem machen gesunde Zähne zahnärztliche Behandlungen unnötig, was besonders in der Schwangerschaft besser ist als jeder noch so schonender Eingriff. Sollte in der ersten Zeit starke Übelkeit mit Erbrechen auftreten, muss der Mund danach von der für die Zähne aggressiven Magensäure gereinigt werden, am besten durch Ausspülen mit Wasser. Putzen ist erst nach einer gewissen Wartezeit sinnvoll, da sonst die „angegriffene“ Zahnschmelzoberfläche abgerieben wird. Den körpereigene Reparaturmechanismus kann man unterstützen durch die Anwendung einer fluoridhaltigen Spüllösung.
Kind:  Der Aufbau der Zähne des Ungeborenen im Kiefer wird durch die Erbinformation bestimmt. Alle nötigen Bausteine dafür kommen über die Nabelschnur aus der Nahrung der Mutter. Deshalb sollte die Mutter ausreichend und regelmäßig Milchprodukte zu sich nehmen, viel frisches Gemüse und Obst, um genügend Vitamine und Mineralstoffe zur Verfügung zu haben. Gefährlich für die Schwangerschaft können u.a. ausgeprägte Entzündungen des Zahnfleisches der Mutter sein. Dadurch erhöht sich die Gefahr einer Frühgeburt und eines geringeren Geburtsgewichtes des Kindes. Deshalb seien hier noch einmal die Hauptursachen für eine Parodontitis erwähnt, die es in jedem Fall zu vermeiden gilt: Zahnbeläge durch unzureichende Mundhygiene, falsche Ernährung und allgemein ein mangelndes Gesundheitsbewusstsein, Rauchen, Stress. Außerdem sind einige Allgemeinerkrankungen, wie z.B. Diabetes oder Aids als ungünstige Faktoren anzusehen.

Speicheltest
In der Mundflüssigkeit spiegelt sich die Zusammensetzung der Keime und der Zahnbeläge wieder. Kommt es bei einem Patienten zu besonders auffälligen Erkrankungen des Zahnfleisches oder der Zähne, kann es an einer ungewöhnlichen Zusammensetzung oder Menge bestimmter Bakterien liegen. Dafür kann ein Speicheltest durch die Analyse der vorhandenen Keime für die Behandlung oder Vorsorge nützliche Hinweise geben.
Für den Test  wird auf einem sterilen Träger vom Zahnarzt eine spezifische Speichelmenge entnommen und zur Auswertung in ein mikrobiologisches Labor versandt. Aus dem Ergebnis lassen sich Risiken abschätzen und gegebenenfalls individuell behandeln.
Die Kosten eines solchen Tests tragen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht.

Stillen
ist die beste Form der Ernährung für das Neugeborene bis zum 4. bis 6.Monat. Muttermilch erhält alle notwendigen Nährstoffe in optimaler Zusammensetzung und Darreichungsform. Auf die Immunabwehr und das Allergierisiko wirkt sich das Stillen günstig aus. Für die Entwicklung des Kiefers ist das Stillen ebenfalls ein hervorragendes Training. Da das Saugen viel Kraft erfordert, werden die Kau- und Mundmuskeln beansprucht und führen so zu einer guten Ausbildung des Unterkiefers, auch eine harmonische Entwicklung beider Kiefer zueinander wird gefördert. Störend können sich hier nur „Dauernuckeln“ und der Einsatz von Daumen oder Schnuller auswirken. Da die Muttermilch einen hohen Milchzuckeranteil hat und dadurch auch kariesfördernd wirken kann, empfiehlt sich beim Durchbruch der ersten Zähne eine vorsichtige Reinigung mit einem Wattestäbchen. Außerdem ist die Anzahl der Mahlzeiten wichtig, wenn die Zähne sehr häufig mit Milch benetzt werden, ist das schädlicher, als wenn sie wenige größere Mahlzeiten am Stück abbekommen.

Teilprothesen
gehören zum herausnehmbaren Zahnersatz. Dabei werden einzelne fehlende Zähne oder Zahngruppen durch künstliche Zähne ersetzt. Diese sind auf einem Gestell, meist aus Edelstahl gearbeitet, angebracht. Das Gestell (Gerüst) kann auf verschiedene Weise an den verbliebenen Zähnen befestigt werden, z.B. mit Klammern, mit Teleskopen oder mit Geschieben.
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Teleskopprothesen
sind eine besondere Form der Teilprothesen. Hier wird das Gerüst mit Hilfe von so genannten Doppelkronen an einzelnen oder an allen Restzähnen befestigt. Der Zahn erhält eine leicht konische Metallhülse, über die der innen hohle Prothesenzahn exakt passt. Diese hochwertige Lösung bietet einen guten Trage- und Reinigungskomfort und erfüllt hohe ästhetische Ansprüche. Außerdem ist eine Teleskopprothese in der Regel sehr einfach zu reparieren, falls ein weiterer Zahn verloren gehen sollte.

Unterfütterung
ist eine im Labor angefertigte Auffüllung des Prothesenlagers am künstlichen Gebiss, d.h. dem Teile des Untergrundes, der aus Kunststoff gearbeitet und meist rosa ist. Im Laufe der Jahre kommt es an den zahnlosen Kieferabschnitten bei Prothesenträgern zu einer Veränderung des knöchernen Gaumens oder des Unterkiefers. Liegt darüber die Basis einer Prothese, bildet sich ein „Hohlraum“, die Prothese sitzt nicht mehr richtig und kann beim Kauen anfangen zu schaukeln. Um diese Knochenveränderung auszugleichen, muss die Prothesenbasis an den kritischen Stellen neu mit Kunststoff aufgefüllt werden – dies nennt man eine Unterfütterung.
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Veneers
ist eine dünne Schicht von Kunststoff oder Keramik, die die Oberfläche eines Zahnes im sichtbaren Bereich verschönert oder kleine Fehler bei der Zahnstellung ausgleicht. Dabei muss der Zahn an der Oberfläche dünn abgeschliffen werden, um Platz für das Material zu schaffen. Dann kann eine Schicht Kunststoff aufgetragen werden ähnlich wie bei einer Füllung (Chairside) oder eine im Labor gefertigte Schale aus Keramik oder Kunststoff, die dann im Mund eingeklebt werden muss (Labside). Beide Versorgungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezuschusst.
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Vollprothesen (=Totalprothese)
werden bei Patienten angefertigt, die auf einem oder auf beiden Kiefern keine eigenen Zähne mehr haben. Da sich der einzige Halt auf der Schleimhaut befindet, muss bei der Gestaltung der Prothesenbasis  auf eine ausreichende Form und Größe geachtet werden. Idealerweise saugt sich die perfekt angepasste Prothese auf der Schleimhaut fest. Dazu ist ein gut geformter Kieferknochen erforderlich. Die künstlichen Zähne sind so aufeinander abgestimmt, dass sie den Kaudruck gleichmäßig verteilen und so ein Kippeln beim Kauen möglichst verhindern. Probleme beim Halt der Prothese können durch Veränderungen der Knochenbasis (natürlicher Knochenabbau) und dadurch entstehende Passungenauigkeiten auftreten, dann hilft meist eine Unterfütterung. Eine weitere Schwierigkeit kann eine zu geringe Knochenoberfläche sein, besonders bei Patienten, die schon sehr lange zahnlos sind. Hier gibt es die Möglichkeit einer Operation, bei der die Schleimhaut verlegt wird oder das Einbringen von Implantaten in den Knochen. Für einen kurzen Übergang kann auch eine Verbesserung des Prothesenhaltes erreicht werden, indem man Haftpulver, Haftcreme oder Haftvliese unter der Prothese befestigt.

Weisheitszähne:
Die letzten Zähne, die im menschlichen Gebiss durchbrechen, sind die dritten Backenzähne, auch Weisheitszähne genannt. Dies geschieht etwa um das 18. Lebensjahr. Form und Größe variieren sehr stark wie bei keinem anderen Zahn im Gebiss. Oft haben die Weisheitszähne nicht genügend Platz auf dem Kieferkamm, sie drängeln sich dann hinter die zweiten Backenzähne und schieben sie nach vorn oder sie haben schon im Kiefer bei ihrer Entwicklung eine falsche Lage und brechen schief oder gar nicht durch. Diese retinierten Zähne können auch Druck oder Schmerzen verursachen. Dann sind sie potentielle „Problemfälle“ für sich selbst und für ihre Nachbarzähne. Sie können z.B. nicht ausreichend geputzt werden und bekommen so Karies und Zahnfleischentzündungen oder sie verschieben alle davor liegenden Zähne. Im Knochen können schmerzhafte Entzündungen auftreten. Diese Zähne sollten in jungen Jahren entfernt werden, um Risiken zu vermeiden, auch wenn keine akuten Beschwerden vorhanden sind. Das muss meist in einer Operation unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Probleme können auch beim Zahndurchbruch der normal angelegten Weisheitszähne entstehen, wenn sich die darum liegende Zahnfleischtasche entzündet. Das muss vom Zahnarzt behandelt werden, heilt dann auch wieder gut aus. Bei einer nicht unerheblichen Zahl von Menschen sind einzelne oder alle Weisheitszähne gar nicht mehr angelegt. Das liegt vermutlich an dem entwicklungsgeschichtlich kleiner werdenden Untergesicht, das einen kürzeren Unterkiefer und damit weniger Platz zur Folge hat.
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Wurzelbehandlung
wird notwendig, wenn der Nerv eines Zahnes abgestorben oder entzündet ist. Dann muss das tote oder kranke Gewebe aus dem Zahninneren entfernt  und danach die sauberen Kanäle mit einer dichten Füllung versehen werden. Zur Kontrolle sind vorher und nachher Röntgenaufnahmen notwendig. Die Behandlung ist kompliziert und stellt immer nur einen Versuch der Zahnerhaltung dar. Je nach betroffenem Zahn können ein bis vier Kanäle vorhanden sein, die es zu finden, zu reinigen und schließlich dicht zu verschließen gilt. Zuerst wird ein ausreichender Zugang in die Zahnkrone gebohrt, der das Auffinden der Kanaleingänge möglich macht. Dazu ist z.B. ein Operationsmikroskop eine gute Hilfe. Dann feilen und bohren spezielle Instrumente manuell oder maschinell die Kanalwände, bis diese sauber, schmerzfrei und völlig trocken sind. Dabei wird jeder Kanal mit einer desinfizierenden Spüllösung gespült. Spezielle Pumpverfahren intensivieren diese Spülungen. Am Ende der Aufbereitung kann mit einem Laser die Keimzahl weiter verringert werden. Schließlich muss der Kanal gefüllt und dicht verschlossen werden. Mit einer Paste werden entsprechend den letzten Aufbereitungsinstrumenten genormte Guttapercha-Stifte (eine gummiartige Substanz) in die Kanäle fest eingebracht und kondensiert. Zum Schluss muss eine dichte Zahnfüllung oder später eine Krone den Zahn verschließen.

Wurzelspitzenresektion
Ist die Entzündung der Wurzel so ausgeprägt, dass über die Wurzelspitze hinaus der umliegende Knochen befallen ist und heilt dies mit Hilfe einer Wurzelbehandlung nicht aus, muss die Wurzelspitze im betroffenen Areal entfernt (=reseziert) werden. Dazu wird durch den Knochen hindurch die Region dargestellt und die Spitze mit einer Fräse entfernt. Der entzündete Knochen wird gereinigt und eventuell mit Ersatzmaterial aufgefüllt. Dann wird die Wunde verschlossen. Der Wurzelkanal muss vorher sachgerecht gefüllt sein, damit keine neuen Keime in das Operationsgebiet eindringen können.  Die Knochenneubildung im gesäuberten Gebiet dauert bis zu sechs Wochen. Der Nachteil dabei ist, dass die Wurzel kürzer ist, als ursprünglich und damit eventuell Stabilität reduziert wird. Die Wurzelspitzenresektion an Zähnen mit einer Wurzel ist meist gut durchzuführen, bei mehrwurzeligen Zähnen ist die Operation oft erheblich komplizierter und aufwändiger. Nach dem Eingriff können Schwellungen und auch Wundschmerzen auftreten, die aber bald wieder abklingen.

Zahnaufbau
Der anatomische Aufbau eines Zahnes ist unabhängig von seiner Form immer gleich: außen schützen zwei harte Schichten (Zahnschmelz bzw. Wurzelzement und Zahnbein = Dentin) das Innere (Zahnmark=Pulpa) mit den Wurzelkanälen, etwa ein Drittel der Zahnlänge ist in der Mundhöhle zu sehen (Zahnkrone), zwei Drittel befinden sich zur Verankerung im Knochen (Zahnwurzel). Das Zahnbein umschließt die gesamte Pulpa und stellt die innere harte Schicht dar. Es ist von kleinen Kanälchen durchzogen, die bei freiliegendem Dentin (z.B. Zahnhals) zu Schmerzen führen können. Der Zahnschmelz ist das härteste Gewebe unseres Körpers, umschließt das Dentin und befindet sich als widerstandsfähiger Überzug im Bereich der Krone zum Schutz und zum Kauen. Im Wurzelbereich wird das Dentin vom Wurzelzement umschlossen, an dem der Knochen seine Verankerung hat. Die Grenze zwischen Schmelz und Wurzelzement nennt man Zahnhals. Hier endet beim gesunden Zahn auch das Zahnfleisch (Gingiva). Das Zahnmark enthält Blutgefäße und Nerven und hat über die Wurzeln Kontakt zum umgebenden Knochen.
Je nach Funktion unterscheiden sich die Zähne in Größe und Form der Krone und in der Anzahl der Wurzeln: Schneidezähne zum Abbeißen mit einer Wurzel, Eckzähne sehr lang, einwurzelig und mit einer Spitze zum Reißen, Prämolaren als kleine Mahlzähne mit einer oder zwei Wurzeln und schließlich die größten Zähne, ganz hinten im Gebiss die Molaren mit drei Wurzeln im Oberkiefer und zwei Wurzeln im Unterkiefer und großen Kronen als Mahlzähne.
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Zahnbettentzündung(siehe Parodontitis)

Zahnbürsten
sind das wichtigste Utensil zur Zahnpflege und sollen die Zähne mechanisch reinigen. Wir unterscheiden Handbürsten und elektrische Bürsten. Beim Kauf einer Handbürste sollte man einiges beachten: zuerst wählt man eine Bürste mit einem kleinen Kopf aus, um auch schwer zugängliche Stellen zu erreichen, die Borsten sollten nicht zu hart (Verletzungsgefahr) und nicht zu weich (zu wenig Reinigungseffekt) sein, also am besten mittelhart. Allerdings gibt es bei bestimmten Erkrankungen des Zahnfleisches z.B. die Empfehlung einer weichen Spezialbürste, harte Borsten sind jedoch nur kurzfristig für eine extra starke Reinigung zu empfehlen. Weiterhin müssen die Borsten abgerundet sein, da diese das Zahnfleisch schonen. Zahnbürsten sollten nicht mit Naturborsten ausgestattet sein, da diese Markkanäle enthalten und sich dort Bakterien einnisten können, besser sind Kunststoffborsten. Auch der Griff der Bürste sollte gut zu halten und stabil sein. Sobald sich die Borsten nach außen biegen, muss die Zahnbürste ausgetauscht werden. Auch nach Infektionserkrankungen des Mund- und Rachenraumes ist es besser, die Bürste zu erneuern. Elektrische Zahnbürsten unterscheiden sich nur in der Anwendung, weniger im Aufbau von ihren einfacheren „Schwestern“. Die elektrischen Zahnbürsten verfügen über einen Akku- oder batteriebetriebenen Motor im Griff, der die Bürste in rüttelnde Bewegung versetzt. Hier kann auch der motorisch Ungeübte durch die zusätzliche Bewegung eine gründlichere Reinigung erreichen. Die Putzdauer unterscheidet sich jedoch nicht von der Anwendung einer Handzahnbürste. Elektrische Zahnbürsten sind recht teuer in der Anschaffung und auch die genauso oft wie bei Handzahnbürsten auszutauschenden Bürstenköpfe kosten auch einiges mehr. Batteriegeräte haben etwas weniger Putzkraft als Akkugeräte. Relativ neu sind elektrische Zahnbürsten, die mit Schallgeschwindigkeit arbeiten: diese reinigen gründlicher als Handzahnbürsten, sind jedoch preislich ganz oben anzusiedeln.

Zähneknirschen (Bruxismus)
ist eine starke Reibung oder Pressen der Zähne wie beim Kauen, ohne dass Material zum Kauen vorhanden ist – eine so genannte Leerbewegung. Oft finden diese kraftvollen Vorgänge nachts statt und können vom Bewusstsein nicht gesteuert werden. Dabei treten unterschiedlich starke Schäden auf: es können Zähne abgenutzt werden oder Teile abbrechen, die Zähne können auf Dauer gelockert werden oder das lippenseitige Zahnfleisch geht zurück. Über die Muskulatur von Kiefer und Kopf kann es zu Verspannungen und Schmerzen im Kopf, Nacken und der Wirbelsäule kommen und die Kiefergelenke können geschädigt werden. Als Ursachen werden vor allem Stress und seelische Belastungen, aber auch Verschiebungen in der Verzahnung diskutiert. In sehr angespannten Zeiten häuft sich das Knirschen und tritt auch tagsüber auf (z. B. bei stressigen Tätigkeiten) und geht in entspannten Phasen etwas zurück. Bei Kindern und Jugendlichen findet man das Knirschen häufig.  Geschätzte dreißig Prozent der Bevölkerung leiden unter diesem „Stressventil“. Abhilfe zum Schutz von Zähnen und angrenzenden Strukturen kann eine Knirscherschiene schaffen. Sind die seelischen Ursachen unklar, kann bei deren Aufspürung eine psychologisch- psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

Zahnentwicklung
im Baby- und Kleinkindalter Der Aufbau der Zähne beginnt im Mutterleib. Deshalb ist eine vitamin- und spurenelementreiche Ernährung der Mutter mit vielen Milchprodukten erforderlich. Wie zuerst über die Nabelschnur werden später über die Muttermilch alle wichtigen Bausteine des Kindes zum Aufbau des Körpers und natürlich auch der Zähne durch die Mutter übertragen. Die Anreicherung des Essens mit Fluoriden in geringen Mengen, wie z.B. die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz ist zu empfehlen. Viele Monate bevor ein Zahn in der Mundhöhle erscheint, bildet sich im Knochen die Zahnkrone, erst beim Herauswachsen entsteht dann nach und nach die Wurzel. Deshalb sind bei Zähnen, die bereits mit schadhafter Oberfläche durchbrechen, die Ursachen in früheren Entwicklungsphasen zu suchen und leider oft nicht mehr genau festzustellen. Mit etwa sechs Monaten kommen die ersten Schneidezähne meist im Unterkiefer zum Vorschein, dann folgen die oberen mittleren Schneidezähne und anschließend die seitlichen, zuerst die oberen, dann die unteren. Mit neun Monaten sind bei den meisten Kindern die Schneidezähne vollständig. Die nächsten erscheinenden Zähne sind die ersten Backenzähne, zuerst die unteren, dann die oberen. Erst danach kommen die Eckzähne, wieder in der gleichen Reihenfolge. Dies ist mit etwa 1,5 Jahren abgeschlossen. Mit zwei Jahren schließlich bricht der letzte Milchzahn, der zweite Backenzahn durch. Damit ist das Milchgebiss mit insgesamt 20 Zähnen vollständig und wird erst wieder um das 6. Lebensjahr durch die ersten bleibenden Backenzähne und den Zahnwechsel in der Front verändert. Die Reihenfolge des Zahndurchbruchs ist nach Statistiken für die Mehrzahl der Kinder ermittelt worden, Abweichungen davon gehören zur biologischen Vielfalt und sollten kein Anlass zur Beunruhigung sein. Sollten Eltern trotzdem Fragen zur Zahnentwicklung ihres Kindes haben, steht der Zahnarzt gern zu einer Beratung zur Verfügung. Nicht vergessen werden sollte der Hinweis auf die altersgemäße Zahnpflege vom ersten Zahn an mit entsprechender Zahncreme und Bürsten.

Zahnersatz
ist der Ersatz von fehlenden Zähnen im Gebiss. Dabei unterscheidet man zwischen festsitzendem Ersatz (Brücken, Kronen und Implantataufbauten) und herausnehmbarem Ersatz (Voll- oder Teilprothesen). Dieser Ersatz wird immer im Labor gefertigt und benötigt bis zur Fertigstellung mehrere Sitzungen beim Zahnarzt, je nach Aufwand. Nach Eingliederung ist die Zahnreihe wieder geschlossen und die verloren gegangene Kaufunktion wieder hergestellt.

Zahnextraktionen
nennt man das Entfernen von Zähnen. Dabei wird in der Regel eine lokale Anästhesie zur Betäubung gesetzt und dann der Zahn mit Hebel und Zange entfernt. Wenn die Krone zerstört und nur noch die kranke Wurzel vorhanden ist, muss manchmal das Zahnfleisch und Teile des Knochens entfernt werden, um den Zahnrest packen zu können. Eine Operation ist notwendig, wenn der Zahn im Kiefer ausgewachsen und durch Verlagerung gar nicht an die Oberfläche gekommen ist. Dann wird über einen Zugang durch den Knochen der Zahn entfernt. Das finden wir des Öfteren bei Weisheitszähnen. Die Knochenwunde füllt sich anschließend mit Blut und der Körper bildet in ca. sechs Wochen dort neuen Knochen.

Zahnfleischbluten
entsteht durch Entzündungen des Zahnfleisches, meist durch Einwirkung von Bakterien auf Zahnbelägen. Es heilt nach Beseitigung der Ursache sehr schnell ab. Bleibt es bestehen, müssen genauere Untersuchungen des Zahnarztes die Ursache abklären, z.B. eine Parodontitis, und behandeln. Blutungen können natürlich auch durch Verletzungen ausgelöst werden, die ebenfalls schnell heilen. Zur Schmerzlinderung kann hier eine Salbe auf die Schleimhaut helfen.
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Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
sind Entzündungen am Zahnfleisch um die Zähne herum. Sie äußert sich durch Bluten bei Berührung (z.B. beim Zähneputzen) und ist zumeist durch Zahnbeläge und den darauf lebenden Bakterien verursacht. Im Gegensatz zur Zahnbettentzündung (Parodontitis) ist nur das Zahnfleisch (Gingiva) betroffen. Bei gründlicher Reinigung und Behandlung kann eine Gingivitis vollständig ausheilen.

Zahnfleischtaschen
entstehen, wenn aus einer Gingivitis (Link auf Zahnfleischentzündung) eine Parodontitis wird. Dabei wird durch die Entzündung am Zahnfleischrand der Knochen angegriffen und es kommt auf den Entzündungsreiz hin zu Knochenabbau in Richtung Zahnwurzel. Dabei löst sich der feste Verbund Zahnwurzel / Knochenfach von oben nach unten, je nach Dauer des Geschehens. Übrig bleibt eine mehr oder weniger geschwollene und leicht blutende „Weichgewebewand“ um den Zahnhals herum, die Zahnfleischtasche. Diese kann man ausmessen. Anhand ihrer Tiefe kann der Zahnarzt die Schwere der Erkrankung einschätzen und das Behandlungskonzept bei einer Parodontalbehandlung entwerfen. Zahnfleischtaschen bilden sich nicht zurück, auch nicht nach einer erfolgreichen Behandlung, sie können bestenfalls zurückgebildet oder abgetragen werden und damit entzündungsfrei bleiben. Je früher eine Behandlung begonnen wird, umso besser ist die Prognose.

Zahnhölzer
sind für die Reinigung von großen Zahnzwischenräumen gedacht. Man kann mit ihnen größere Essensreste entfernen. Eine gründliche Reinigung aller Zwischenräume wie bei der Zahnseide ist jedoch nicht möglich. Zahnhölzer sind meist aus Balsaholz gefertigt und sind in Drogeriemärkten erhältlich. Sie werden nach Gebrauch weggeworfen.

Zahnpasta
hilft bei der Reinigung der Zähne mit einer Zahnbürste. Reinigungsaktive Substanzen, die schäumen (Tenside) und Putzpartikel in unterschiedlicher Körnung (z.B. Salze oder Bimssteinmehl) erleichtern die Arbeit der Bürste, können sie jedoch nicht ersetzen. (Das Putzen ohne Zahnpasta nur mit Bürste ist hingegen möglich!!)  Verschiedene Geschmacksstoffe (z.B. Pfefferminzgeschmack) vermitteln einen „sauberen Geschmack“ und durch Zahnpastarückstände nach dem Bürsten wird auch eine ausreichende Spülung mit Wasser angeregt. Verschiedene Zusatzstoffe helfen bei regelmäßiger Anwendung bei der Gesunderhaltung der Zähne, allen voran die Fluoride. Dabei sollte man auf die Dosierung achten, besonders bei der Anwendung bei Kindern. Andere Zusatzstoffe „für gesundes und kräftiges Zahnfleisch“ oder "gegen Zahnstein" bzw. für „weiße Zähne“ wirken allemal unterstützend und ausschließlich dann, wenn eine sorgfältige Reinigung erfolgt ist. Von Natur aus gelbliche Zahnsubstanz lässt sich mit Zahncremes allerdings nicht aufhellen, dazu bedürfte es einer Bleichen-Behandlung. Zahncremes für sensible Zahnhälse können bei regelmäßiger Anwendung helfen, ausreichende Putzdauer vorausgesetzt. Die Marke der Zahnpasta ist unwichtig, sinnvoll ist ein ausreichender Fluoridzusatz. Ab und zu einmal das Produkt zu wechseln schützt einerseits vor zu starkem Abrieb (bei sehr groben Putzpartikeln) und zu geringem Reinigungseffekt (bei sehr feinen Putzpartikeln oder bei Gelen). Ansonsten entscheiden Geschmack und Geldbeutel.

Zahnpflege
sollte durchgeführt werden, solange der Mensch Zähne hat, später muss auch der vollständige Zahnersatz nach dem Essen gereinigt werden. Mindestens zweimal am Tag sollte jeder seine Zähne putzen: Morgens nach dem Frühstück und ganz besonders gründlich abends vor dem Schlafengehen. Danach darf außer Wasser nichts mehr in den Mund gelangen. Sie dient der Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch und kann das Gebiss bis ins hohe Alter erhalten. Wichtigstes Hilfsmittel ist die Zahnbürste. Weiterhin werden für eine gründliche Reinigung Zahnpasta, Zahnseide, Zahnhölzchen, Interdentalbürstchen u.ä. benötigt. Weiterhin können Spüllösungen für Zahnschmelz und für Zahnfleisch sinnvoll sein.

Zahnrettungsbox
ist ein Behälter, der  zur kurzfristigen Aufbewahrung von ausgeschlagenen Zähnen dient. Wenn ein Mensch (leider oft Kinder) einen Zahn durch einen Unfall verliert, gibt es unter guten Voraussetzungen die Möglichkeit, den Zahn wieder einzupflanzen. Dazu muss er aber im Wurzelbereich noch lebende Zellen aufweisen und das Wurzelgewebe darf nicht ausgetrocknet oder beschädigt sein.  Um dieses zu erhalten, kann der möglichst unveränderte Zahn in einem Nährmedium zum Zahnarzt transportiert werden. Dafür gibt es in Apotheken Zahnrettungsboxen zu kaufen. Falls keine solche Box vorhanden ist, kann man sich auch mit einem verschließbaren Behälter mit Milch helfen. Im  Notfall kann eventuell auch der Transport unter der Zunge des Patienten (Speichelkontakt) helfen, den Zahn zu erhalten. Eine Wiedereinpflanzung ist aber immer nur ein Versuch, den Zahn zu erhalten und hat umso größere Erfolgschancen, je schneller die Weiterbehandlung erfolgt. Deshalb: unbedingt das Berühren der Zahnwurzel vermeiden, den Zahn möglichst sofort in die Box stecken und dann gleich zum Zahnarzt gehen.
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  Zahnschmerzen
können Ursachen haben, z. B. Karies, Entzündungen, empfindliche Zahnhälse oder im Oberkieferbereich auch einmal durch eine entzündete Kieferhöhle. Da die meisten Schmerzen nicht von selbst vergehen und oft noch heftigere Beschwerden zur Folge haben, empfiehlt sich immer der Gang zum Zahnarzt. Dort kann festgestellt werden, wo die Ursache zu suchen ist und welche Behandlung dagegen unternommen werden muss. Nachts kann man stärkere Schmerzen auch mit Schmerzmitteln überbrücken, wenn man den Weg zum Notarzt scheut, aber am nächsten Tag sollte man unbedingt den Grund der Beschwerden behandeln lassen. Übrigens können sich im Gebiss auch zerstörerische Prozesse ausbreiten, ohne dass ein Schmerz auftritt. Deshalb ist ein halbjährlicher Check beim Zahnarzt auch ohne Beschwerden sehr zu empfehlen.

Zahnschmuck
unterstreicht für viele Menschen ihre individuelle Ausstrahlung. Dabei werden an der lippenseitigen Fläche eines Schneidezahnes ein Strasssteinchen, kleine Goldsymbole oder andere kleine Schmuckelemente aufgeklebt. Das Aufkleben beschädigt dabei den Zahn nicht und wird ähnlich der Befestigung von festsitzenden Zahnspangen angebracht. Der Schmuck kann jederzeit wieder entfernt oder durch ein anderes Element ersetzt werden.

Zahnseide
ist das beste Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume, die die Zahnbürste nicht erreichen kann, zu säubern. Die gängigste Form ist als kleine Rolle in einer Abreißbox in Drogerien oder Apotheken zu kaufen. Wir unterscheiden gewachste,  ungewachste oder mit Teflon beschichtete Zahnseide, außerdem gibt es unterschiedliche Dicken und einige sind mit Substanzen, z.B. Fluoriden oder Chlorhexidin getränkt. Weiterhin gibt es Zahnseiden in vorgeschnittenen Längen, die unterschiedliche Faserqualitäten haben: Ein steifes Ende zum Einfädeln unter Brücken, einen aufgerauten, dickeren Abschnitt für größere Zwischenräume und einen Abschnitt herkömmlicher Zahnseide (Superfloss). Diese eignen sich besonders für Brücken oder fest verbundene Konstruktionen eines Zahnersatzes. Bei der Anwendung braucht man ein ca. 50 cm langes Stück, das fest um die Mittelfinger gewickelt wird. Dabei bleibt ein Abschnitt frei, der zum Auflegen der Daumen ausreicht. Damit geht man dann durch jeden Zwischenraum, am besten immer in der gleichen Reihenfolge. Die eigentliche Reinigung erfolgt dann durch hoch- und runterschieben des Fadens. Dabei sollte man vorsichtig genug sein, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Für den nächsten Zwischenraum wickelt man den Faden ein Stück weiter, um die Beläge nicht von einer Stelle zur nächsten zu übertragen. Anschließend wird gründlich mit Wasser nachgespült. Welche Seide man wählt, hängt von der Gebisssituation (z.B. Brücken) und von persönlichen Vorlieben ab. Gewachste und teflonbeschichtete Zahnseiden gleiten etwas besser durch enge Zwischenräume, als ungewachste, wobei eventuell abgehende Wachsreste zu Irritationen führen können. Die getränkten Zusätze sind schwach dosiert und haben daher nur sehr geringe Effekte. Ist der Gebrauch der offenen Zahnseide aus motorischen Gründen schwierig oder unmöglich, gibt es im Handel Kunststoffgabeln mit einem Faden dazwischen oder zum Einfädeln. Hier muss man aber auf eine ausreichende Fadenspannung achten, außerdem entstehen zusätzliche Kosten und Müll. Abschließend sei erwähnt, dass das Erlernen dieser Technik nicht allen Menschen gleich leicht fällt und was einfach klingt, ist manchmal gar nicht so leicht. Deshalb aber darauf zu verzichten, wäre sicher falsch und mit einiger Routine dauert die tägliche Reinigung mit Zahnseide auch nicht lang.

Zahnstein
entsteht aus weichen Zahnbelägen. Werden diese nicht innerhalb einer bestimmter Zeit entfernt, bildet sich mit Hilfe des Speichels daraus eine harte Schicht: der Zahnstein. Da dieser rau ist, lagert sich schnell neue Plaque an und der Zahnstein vermehrt sich. Er kann erhebliche Schäden an den Zähnen und vor allem am Zahnfleisch verursachen. Er ist ein idealer Nährboden und einmal unter das Zahnfleisch gewandert (Konkrement), kann er Gingivitis und Parodontitis hervorrufen. Eine Reinigung mit Bürste und Zahnseide kann gegen Zahnstein nichts mehr ausrichten. Diese Beläge können beim Zahnarzt mit speziellen Instrumenten und mit Ultraschallgeräten gut entfernt werden. Die extrem harten Konkremente können im fortgeschrittenen Stadium manchmal erst während einer Parodontalbehandlung vollständig entfernt werden. Fazit: den Zahnstein sollte man regelmäßig entfernen lassen, bevor sich die Beläge in gefährlichen Bereichen in den Zahnfleischtaschen ausbreiten können. Am gründlichsten kann bei einer professionelle Zahnreinigung vorgegangen werden. Normalerweise reichen zwei Sitzungen pro Jahr, bei hoher Anfälligkeit kann es auch häufiger sinnvoll sein.

Zungenreiniger
sind Schaber oder spezielle Bürstchen, die die Oberfläche der Zunge reinigen können. Da diese sehr starke Furchen aufweisen, können sich manchmal Mundgeruch fördernde Bakterien dort ansiedeln. Regelmäßig  morgens angewendet, können sie die Keimzahl verringern. Diese Reiniger lösen nicht so schnell wie z.B. die Zahnbürste einen Würgereiz aus. Man bekommt sie in Drogerien oder Apotheken.
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© Dr. med. dent. Martin Bertram, Dr. med. dent. Claudia Bertram 2007